Warum scheitern so viele Software-Einführungen im Handwerk?
Ein Elektromeister aus dem Ruhrgebiet erzählte kürzlich, wie er drei Monate lang nach der richtigen App gesucht hatte. Preisvergleiche, Testversionen, ein Beratungsgespräch. Dann kaufte er das Abo – und nach sechs Wochen nutzte es von acht Monteuren noch einer: er selbst.
Das ist kein Einzelfall. Studien aus dem Handwerksumfeld zeigen, dass der technische Teil der Digitalisierung selten das eigentliche Problem ist. Scheitern tut die Einführung fast immer am Faktor Mensch. Aber warum genau?
Monteure und Gesellen arbeiten täglich unter Zeitdruck. Auf der Baustelle zählt, was funktioniert – und zwar sofort. Jede neue Routine, die erst erlernt werden muss, fühlt sich zunächst wie Mehraufwand an. Dazu kommt: Wer seit 15 Jahren seinen Stundenzettel auf Papier führt, hat keine schlechte Arbeit gemacht. Das Gefühl, nun plötzlich etwas ändern zu müssen, kann sich wie eine implizite Kritik anfühlen – auch wenn das niemand so meint.
Häufig kommt hinzu, dass die Entscheidung für die neue Software von oben kommt, ohne dass das Team vorab gefragt wurde. Der Chef ist überzeugt, die Mitarbeiter sind skeptisch – und schon beginnt ein Kräftemessen, das die ganze Einführung bremst.
- Fehlende Einbindung des Teams vor der Kaufentscheidung
- Zu wenig Zeit für Einarbeitung im laufenden Betrieb
- Unklarer Nutzen für den einzelnen Mitarbeiter
- Angst vor Überwachung und Kontrolle

