Wenn der Feierabend zur Seltenheit wird
Thomas R., Malermeister aus Süddeutschland, erinnert sich noch genau: „Ich war morgens der Erste auf der Baustelle und abends der Letzte im Büro. Irgendwann konnte ich nachts nicht mehr schlafen, weil ich ständig an offene Rechnungen und fehlende Stundenzettel dachte.” Was Thomas beschreibt, ist kein Einzelfall – es ist der Alltag von tausenden Handwerksbetrieben in Deutschland.
Burnout trifft Handwerksinhaber mit besonderer Wucht. Als Chef trägt man Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter, Finanzen und gleichzeitig für die eigene Arbeit auf der Baustelle. Diese Doppelbelastung – operativ tätig und Unternehmer sein – macht viele Betriebsinhaber anfällig für chronische Erschöpfung.
Laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind selbstständig tätige Personen nicht besser vor Burnout geschützt als Angestellte. Im Gegenteil: Der subjektive Druck, ständig erreichbar zu sein und keine Schwäche zeigen zu dürfen, erhöht das Risiko zusätzlich.

