Warum steigende Materialpreise für Handwerker so gefährlich sind
Steigende Materialpreise im Handwerk bedrohen die Kalkulation laufender Aufträge und drücken die Marge – besonders dann, wenn Angebote bereits abgegeben wurden und sich die Preise danach noch einmal erhöhen. Anders als große Baukonzerne haben kleine und mittelgroße Handwerksbetriebe kaum Puffer, um solche Schwankungen aufzufangen.
Thomas K., Inhaber eines SHK-Betriebs aus Bayern, kennt das Problem: „Im Frühjahr 2025 habe ich ein größeres Bad-Sanierungsprojekt für 38.000 Euro angeboten. Als ich das Material bestellt habe, lagen die Kupferrohr-Preise schon 12 % höher als beim Angebot. Am Ende bin ich mit dem Auftrag fast in die Verlustzone gerutscht.”
Was Thomas erlebt hat, ist kein Einzelfall. Laut Preisatlas Handwerk 2026 sind die Material- und Lohnkosten weiterhin auf erhöhtem Niveau. Zement ist im Vergleich zu 2021 um 57,7 % teurer geworden, Dachziegel sogar um 42,4 %. Wer heute kalkuliert wie vor drei Jahren, kalkuliert am Markt vorbei.
Dabei ist die Nachfrage nach Handwerksleistungen weiterhin hoch: 73 % der Betriebe bewerten ihre Auftragslage als gut oder sehr gut (Preisatlas Handwerk 2026). Das Problem ist nicht der fehlende Auftrag – sondern die fehlende Marge. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Betrieb auch bei volatilen Materialpreisen stabil führen.

